Empfehlungen an Redaktion und Autoren

Der Blickwinkel des Bürgerredakteurs

Um sich gut zu präsentieren, ist auch für den Kiezboten eine ansprechende Gestaltung ein wichtiges Element. Dies darf jedoch nicht auf Kosten des Inhaltes ausufern, welcher doch wohl der eigentliche Zweck jeglicher Publikation sein sollte. Schlechte oder gar sachlich falsche Inhalte sind keiner Verbreitung würdig.
Soll der Kiezbote eine Bürgerzeitung sein, dürfen an einer Beteiligung interessierte Bürger und Akteure des Kiezes nicht über Gebühr in ihren Vorstellungen enttäuscht werden, wodurch sie den Antrieb zum Mitmachen verlören. Ist beispielsweise eine Kürzung wegen Überlänge notwendig, sollte dem Verfasser Gelegenheit gegeben werden, diese selbst umzusetzen. Bereits ein Komma zu wenig oder eine Leerstelle zuviel können bisweilen sinnentstellend wirken. Manchen Autoren muss man hierbei helfen, den bewusst damit arbeitenden hingegen ausdrücklich nicht, solange die Rechtschreibung (siehe unten) gewahrt bleibt.
Redakteuren und besonders engagierten Textern sollte eine Mitwirkung bei der Gestaltung ihrer Seite nicht verschlossen bleiben.

Im Impressum sollten als Redaktion nur Redakteure angegeben werden. Es ist nicht einfach jeder Mitarbeiter hierzu zu zählen! Redigieren bedeutet ‚in Ordnung bringen‘. Die Redaktion beschäftigt sich mit der Auswahl der Texte, ihrer Zusammenstellung und der Gestaltung der Zeitung und tauscht sich darüber regelmäßig und wiederholt in Redaktionssitzungen wie dem Kiezbotenfrühstück aus.
Bloße Verfasser und Fotografen sind hinreichend bei ihren Beiträgen genannt, auch wenn sie an einzelnen Sitzungen teilgenommen haben. Sie im Impressum als Redakteure aufzulisten, wäre unredlich und unprofessionell.

Möchte man einen hohen sprachlichen Anspruch erfüllen, ist korrekte Rechtschreibung ein erster wichtiger Ansatz. Eine auch grammatikalisch fehlerfreie deutsche Sprache hilft Lesern fremdsprachlicher Herkunft, in Berlin wirklich anzukommen. Auch eingeborenen Schülern ebenso wie Erwachsenen hilft sie, ihre eigene Ausdrucksweise zu verbessern. Entsprechend sind Anglizismen und andere Fremdwörter auch um des besseren Verständnisses willen sparsam nur dort einzusetzen, wo wahrhaftig keine deutschen Begriffe zu finden sind.
Falsche Rechtschreibung mag innerhalb eines Logos noch von irgendwem als originell empfunden werden. In Texten ist stets ‚(der) Kiezbote‘ zu empfehlen. Dieser Name hatte bereits eine über zwanzigjährige Tradition, bevor damit unnötig gebrochen wurde. In der Umgangssprache wird sich '‚dein kiezbote‘' schwerlich durchsetzen.
Ob man die alte oder neue Rechtschreibung verwendet, sollte dem jeweiligen Verfasser als Freiraum erlaubt sein; die meisten Menschen haben die Unterschiede ohnehin nie zur Gänze erfasst. Wohl aber muss dabei innerhalb eines Textes einheitlich verfahren werden und dürfen nicht verschiedene Schreibweisen desselben Wortes vorkommen. Auch muss eine Schreibweise zumindest nach einer Rechtschreibung der letzten Jahrzehnte richtig sein.
Dies gilt zum Beispiel nicht für so künstliche und holperig zu lesende Gebilde wie Bürger*innen oder BürgerInnen. In Befragungen ist solches besonders absurd anzuschauen - kaum jemand wird wirklich so sprechen! Ist Geschlechtsneutralität gewünscht, kann man leicht umformulieren.
Um trotz verschiedener Autoren eine halbwegs einheitliche Vorgehensweise zu erreichen, sollte ein einzelner Lektor das letzte Wort haben.

Statt einiger weniger klobiger Textblöcke, unterbrochen von Leerzeilen, sind fließende Texte mit Zeilenumbrüchen wie in Büchern vorzuziehen. Kommt dann doch eine Leerzeile, zeigt sie um so deutlicher einen größeren Gedankensprung oder ein neues Unterthema an. So wird ein Text besser gegliedert, auch wenn er keine Unterüberschriften enthält.

Fotos aus gemeinfreien Datenbanken sollten keine Verwendung finden. Eigene Bilder sind grundsätzlich individueller und passender.

Dieser Artikel erscheint auch im Kiezbotenhandbuch.


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Oliver H. Herde