Ein persönliches 2018

Wer nun einen Jahresrückblick wie für 2017 oder vielleicht auch 2016 von mir erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Nicht zuletzt dank meines vollständigen Fernsehverzichtes erreichen mich zunehmend nur noch Nachrichten, welche mich wirklich betreffen.
Das schließt Fragen wie beispielsweise, wer momentan Bundeskasper ist oder diesem genauso zu Unrecht bezahlt zuarbeitet, weitgehend aus. Diese Leute und ihre ebenso selbstsüchtigen Gegenspieler sind durchaus nicht sonderlich wichtig. Zumindest nicht in positivem Sinne. Bis zu ihrer Abschaffung beschränke ich mich darauf, zu den ihnen lästigen und dennoch nicht verhinderbaren Zeiten diejenigen zu wählen, von denen ich die geringste Einmischung in unser aller Leben und somit den geringsten Schaden erwarte. Mal ehrlich: Ich habe besseres zu tun. Sie nicht?
Ich interessiere mich auch wenig für jene, die sich vor Ausländern, Andersgläubigen oder sonstwie Fremdartigen fürchten, oder für diejenigen, die sich wiederum vor solchen Furchtsamen fürchten. Damit hält man diesen Unfug nur am Leben. Beide Gruppen täten besser daran, die Objekte ihrer Ängste einfach einmal näher kennenzulernen. Bis dahin reden sie über Dinge, von denen sie nichts verstehen.

Gab es also in diesem Kalenderjahr irgendein Ereignis, welches wirklich etwas an der Welt maßgeblich geändert hätte und somit hier Erwähnung finden sollte? Mir fällt kein einziges ein.
Ich hatte meine Knie-OP. Sie, liebe Leser, hatten möglicherweise eine Geburt oder einen Todesfall im näheren Umfeld. Oder bloß den üblichen Ärger mit der wahnwitzigen Steuererklärung, über die dennoch wohl noch nie ein Jahresrückblick gesprochen hat. Bis heute. Aber dies hier ist ja vielleicht eigentlich auch nicht wirklich einer.
Jedenfalls ist die individuelle Sicht der Dinge im Grunde auch ganz richtig so: Letztendlich kann niemand die Probleme anderer so gut beheben, wie diese selbst. Helfen kann man dabei nur, wenn der Adressat es auch wünscht - und nur auf eine Weise, die auch für ihn persönlich passt.
Wussten Sie das nicht? Dann mal endlich raus mit Ihnen aus dem Fernsehsessel!

Dieser Artikel erschien auch im Kiezboten vom Dezember 2018.


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Oliver H. Herde