Gedanken zum Tag

8.3.12

Ich fülle den Raubrückerstattungsantrag an das Finanzamt aus. Manche nennen das beschönigend eine Steuererklärung.

19.3.12

Es gibt eine neue Version meines Tanzbuches mit nunmehr 96 Tanzbeschreibungen.

27.3.12

Zeitumstellung? Wie viele Studien über die Wirkungslosigkeit bei Energieeinsparungen und über die gesundheitlichen Probleme brauchen wir noch, um mit diesem Quatsch wieder aufzuhören?

5.4.12

Eine Polizeikontrolle blockiert mal wieder den Verkehr auf dem Radweg und dem Bürgersteig gleich mit. Das hat man davon, wenn man nicht auf der Straße fährt! In vordergründiger, schleimtriefender Höflichkeit machen sich die Herrschaften über ihre Opfer lustig.
Einer von ihnen fragt mich doch tatsächlich, was mein Rad wiegt! "Ich habe es nie gewogen!" Mein Ton lässt keinen Zweifel daran, für wie grotesk ich diese Vorstellung erachte. Nun werde ich über einige Schwächen und Ungleichbehandlungen im Verkehrsrecht aufgeklärt, aber will ich das wirklich wissen? Natürlich lässt man mich weiterfahren, da kein vernünftiger Grund dagegenspricht. Freilich gab es auch keinen, mich überhaupt aufzuhalten.
Den dreisten Abschiedsgruß erwidere ich nicht; hätte es einen Sinn, von dem Kerl Rücksicht auf meine Konfessionsfreiheit einzufordern? Die Idee kommt mir eh erst einige hundert Meter später.
Es bleibt die Erkenntnis, wie dringend die Zahl der Polizisten gekürzt werden muss, da die Verbrechensbekämpfung offenbar nicht hinreichend Beschäftigung für diese armseligen Menschen liefert. Statt dessen gestattet man ihnen, die Aggressivität im Straßenverkehr anzuheizen.

10.4.12

Volle zwei Kilogramm allerleckerste, edle Süßigkeiten für nur 5,6 Euronen - antizyklisches Kaufverhalten ist ja sooo saugeil!

26.5.12

Warum eigentlich heiraten die Menschen? Man verspricht sich Dinge, deren Einhaltung nüchtern betrachtet nie garantiert werden kann. Zudem handelt man sich in unserer Gesellschaft noch einen unüberschaubaren Verwaltungsaufwand ein.
Der Bräutigam heute versucht es zum dritten Male. Im Grunde sind die beiden schon seit ettlichen Monaten verheiratet; nun erfolgt lediglich das zuzurechnende Rollenspiel, in dem das Paar den Beistand seiner Gottheiten bei der Vertragsgewährleistung erbittet und einige der Gäste vorgeben müssen, an all das zu glauben.
Es überrascht mich immer wieder, wie in diesen Kreisen jede Gefühlsregung und jeder natürliche Vorgang ins Religiöse umgedeutet werden. Bald aber bekomme ich immer weniger von alledem mit; das harte Kirchengestühl, die Enge und die von vielleicht 150 Lungen verbrauchte Luft bereiten mir zunehmend körperliche Schmerzen. Sehr passend hierzu das gelbdominante Bild über dem Altar: Ich erkenne darauf eine wüste Landschaft mit brandverkohlten Pflanzenstümpfen. Jetzt hätte ich gern einen Schluck Weihwasser.

10.7.12

Sehe ich eigentlich so erschreckend kränklich aus, dass man mich selbst mit einem riesigen Rauchverbotsschild-Aufkleber auf der Tüte noch fragt, ob ich vielleicht eine Zigarette übrig hätte!?

20.7.12

Ich arbeite ja in einem Umsonstladen mit, in welchem man immer wieder auf unschätzbar wertvolle Dinge stößt. Die Tatsache, dass sie darüber hinaus rein gar nichts kosten, spielt dabei nur eine wenngleich zusätzlich erquickliche Nebenrolle. Nun hat es zum wiederholten Male ein Buch geschafft, meine selbstempfundene Lesefaulheit zu durchbrechen und wahre Begeisterungsstürme in mir zu entfesseln. Grund genug, es aller Welt unbedingt weiterzuempfehlen: 'Anleitung zum Unglücklichsein' von Paul Watzlawick.
Beim heutigen Frühstück eilten meine Augen fort und fort über die Seiten, brachte mich der Verfasser ein ums andere Mal zum Lachen, bestätigte er mir wiederholt weite grundlegende Felder meines Weltbildes, erinnerte er mich dabei aber auch zugleich daran, nicht selbst über meine eigenen Erkenntnisse zu fallen. Diese unglaublich belustigende Nachdenklichkeit steigerte sich auf den Seiten 39/40 in solche Ausmaße, dergestalt mich in ergriffener Wiedererkennung eigener Erlebnisse ein solch zwerchfellbewegender Lachanfall inklusive Tränenproduktion überkam, dass ich zu einstweiligem Abbruch gezwungen war, um wieder zu Atem und Sicht zu kommen und diese Zeilen zu formulieren.

24.9.12

5:30
Ich wache auf. Dumpfe Bässe dringen an meine Ohren. Der Barbar aus dem Nachbarhaus kann offenbar mal wieder nicht schlafen. Mit der Bullizei will ich mich heute nicht abplagen, also sollen mir Oropax genügen. Trotzdem schlafe ich nicht mehr ein.
6:50
Der Wecker klingelt. Eine Seltenheit, aber mein Liebling fährt heute weg.
7:50
Ich bin nicht so früh losgekommen wie geplant: Mein Magen war dagegen. Nun rase ich die Straßen entlang, damit wir am Bahnhof noch möglicht viel Zeit miteinander haben. Ein Typ im Protzauto hupt, weil er keine Radfahrer leiden kann. Ein Radfahrerkollege jagt ihm nach, holt ihn an der nächsten Ampel ein und scheint ihm seine Meinung über seine Verkehrstauglichkeit mitzuteilen.
7:56-8:12
Umarmungen, Küsse, ein Abschiedsliedchen, Tränen und unsere Hände am Wagenfenster des ICE. Sie wird drei Wochen fort sein.

8.11.12

Meine Webseiten müssen umziehen, da die Uni ihre Struktur ändert und dann kein Platz mehr für mich kleinen Ehemaligen ist. Bei der Gelegenheit wird mal richtig aufgeräumt und vieles korrigiert und aktualisiert, was ich über die Jahre übersehen habe.
Als erstes ist nun dieser Tage das Mailrollenspiel "Zum Grünen Eber" zu der ihm gebührenden Domäne übergesiedelt worden: zge.de
Bitte alle Lesezeichen und Verknüpfungen aktualisieren! Viel Spaß beim Lesen! Wer Fehler findet, möge sie nicht ungefragt behalten; das gehört sich nicht, denn sie gehören nicht dem Leser, sondern mir. Also bitte bescheidgeben!

13.11.12

Ich habe die Petition gegen die Rundfunksteuer unterzeichnet.

15.11.12

Jetzt streuen sie schon wieder auf Brücken! Nur auf Glatteis rutscht man besser - allerdings ist von letzterem noch nirgends etwas zu sehen.

21.12.12 - Wintersonnenwende

Mein Liebling feiert ja recht begeistert Konsumnachten. Immer wieder beklagte sie, von mir dann nichts geschenkt zu bekommen. So habe ich als Entgegenkommen erstmals etwas anlässlich der Wintersonnenwende verschenkt. Hoffentlich wird die für mich nicht noch Teil von Konsumnachten; das wäre schade.
Jedenfalls euch allen da draußen eine FROHE SONNENWENDE!

30.12.12

Welch einen Befreiungsschlag erlebte ich heute Morgen, als ich die Filmmusik zur Episode III des Krieg der Sterne einlegte! Eben diese meisterlichen Klänge habe ich mir allzu lange fehlen lassen, obgleich ich doch um ihre Heilkraft gerade in diesen Tagen weiß. Denn was könnte besser die alljährliche dezemberliche Bedrohung durch das dunkle Sithnachten in Tonkunst setzen! Den verzweifelten Kampf des Guten gegen die Armee der geklonten Weihnachtsmänner sowie Legionen von untoten Baumleichen und deren abgetrennte Körperteile. Kaufrausch, verkommene Essensreste und Verpackungsmüll, die dunklen Seiten der Macht sind sie! Verführerisch, bis man zu Darth Niklaus wird.
Das Läuten der Glocken zwang mich, die Fenster zu schließen, und erinnerte mich daran, dass der Weihnachtsstern noch längst nicht vernichtet ist.


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