Gedanken zum Tag

1.1.13

Die Rundfunksteuer ist da. Prost Mahlzeit!

2.1.13

Ich bekomme Bescheid, dass ohher.de jetzt eingerichtet sei. Welch überaus erfreuliche Nachricht, wenn man nicht gerade mit 38,6 herumliegt!
Eine Viertelstunde später kann ich mich nicht mehr beherrschen und setze mich an den Rechner, um den Domänenumzug weiter vorzubereiten. Im Hintergrund laufen zufällig ausgewählte Musikstücke von der Platte. Bei einem Thema aus Fluch der Karibik 3 fühle ich mich an den Film Amadeus erinnert, wo der dortige Mozart im Fieberwahn am Requiem arbeitet.
Aus Neugier schaue ich nach, wie es denn heiße, und befinde den Namen für ebenfalls bemerkenswert passend: "Ich glaube, es ist jetzt nicht die beste Zeit".

11.1.13

Unter dramatischen Klängen aus schon wieder Fluch der Karibik und dem 13ten Krieger kopiere ich einige hundert Dateien auf meinen USB-Stab. Morgen dann also wird dies alles im Netz unter der neuen Domäne zu finden sein!
Wie lange habe ich nicht mehr so gelächelt?

19.1.13

Samstag, leere Straßen. Ein Mannschaftswagen der Polizei hält mich aus Langeweile an unter dem Vorwand, dass ich bei rot über eine kilometwerweit freie Straße gegangen bin. Die anderen Fußgänger, die sich ebenso vernünftig verhielten, wollen die Herrschaften nicht gesehen haben. Auch von logischen Argumenten ebenso wie von Menschlichkeit wollen sie nichts hören. Viel zu wichtig ist ihnen, das unverdiente Gefühl der Macht auszukosten.
So stehe ich minutenlang bei Minusgraden und warte auf Rückgabe meines Ausweises, während die Herrschaften es sich menschenverachtend im beheizten Wagen gemütlich machen. Hier geht es also nicht um Sicherheit oder Gesundheit der Menschen, sondern um Einnahmen für einen unvorstellbar überblähten Staatsapparat. Kein Wunder, wenn die Polizei in der Gesellschaft immer mehr das Ansehen von Abschaum erwirbt. Bis zur Freiheit des Einzelnen ist es noch ein weiter Weg.

30.1.13

Der Grüne Eber wird 17! Herzlichen Glückwunsch!

20.2.13

"So alt wie Sie bin ich schon lange, auch wenn ich früher viel jünger war."
So aus dem eigenen Munde unseres heutigen Geburtstagskindes. Heinz Erhardt als einer der allergrößten des Sprachwitzes wäre heute 104 geworden.

16.3.13

Schwer hängt der düstere Himmel über dem Schlachtfeld. Aufgewühlt der schlammige Boden, zertreten all das hoffnungsvolle Grün, begraben unter den blutigen Leibern der Geschlagenen. Trostlosigkeit und Verzweiflung, soweit das Auge reicht.
Dort ein Grüppchen Überlebender, niederhöllische Kälte in ihren Knochen. Niemand als sie selbst lässt sie im Dreck knien. So rufen sie sklavisch nach ihrem Herrn, denn sie wissen nichts aus eigenem Willen in Freiheit zu tun. Immer tiefer sinken sie in den Morast und halten dies für ihr höchstes Glück. Beklagenswert und unrettbar. So suhlen sie sich in ewiglicher Qual.
Dann irgendwann endet der Kirchenchor doch noch, und ich erwache aus meinem grausigen Ausflug ins finstere, ja, finstere Mittelalter.

23.3.13

Wir waren auf der Demo gegen die GEZ, und es hat uns einen grandiosen Spaß bereitet. Hier war man mit kultivierten, gebildeten Leuten unterwegs, mit nachdenklichen Menschen und friedlichen Weltverbesserern. Keine Krawalldemo also, sondern sympathisch. Für den kältesten März seit der Wetteraufzeichnung war man mit einigen Hundert Teilnehmern allein in Berlin auch gar nicht mal so schlecht aufgestellt. Alles eine Frage der passenden Gewandung. Von meinen Spaziergängen mit Conny wusste ich ja einzuschätzen, was da auf mich zukommt. Die herrliche Sonne tat ein übriges.
Es war auch ein persönlicher Erfolg, hat doch manche ältere Dame mir das vom Wind zerzauste umgehängte Schild zurechtgerückt oder darum gebeten, die Adresse der Petition in Ruhe abschreiben zu dürfen. Zum Abschluss hatte ich noch ein nettes Gespräch mit dem jungen Veranstalter, der hier überhaupt das erste Mal an einer Demonstration teilnahm - die meinen kann man auch an einer Hand abzählen. Es war meine wichtigste, da passt es, dass es auch meine schönste war.

28.3.13

Zu Connys baldigem Geburtstag habe ich ihr einen Ausflug zum Mittelalterfest in Chorin versprochen. Nach vermutlich alltäglichen und daher langweiligen Problemchen mit BVG und Bahn - für mich ist das alles ja immer wieder unwillkommenes Neuland - sind wir ein paar Meter hinter Karow wegen defekter Lok stehen geblieben - fast eineinhalb Stunden. Zwischendurch war Conny schon den Tränen nahe.
Endlich in Chorin, folgten wir blauäugig der bisweilen dürftigen Ausschilderung. Merke: Wanderwege sind Umwege! Kurz vor dem Kloster Chorin erfuhren wir dann, dass das Spektakel gar nicht dort, sondern nochmal ein paar hundert Meter weiter stattfindet.
Als wir dann mit nunmehr zwei Stunden Verspätung am Ziel eintrafen, wollte ich mich eigentlich an der Kasse beschweren, dass die Veranstalter völlig auf Ausschilderung verzichtet hatten. Doch das Kassenhäuschen war leer. Kenner bemerken hier den versteckten Vorteil: Wir mussten keinen Eintritt bezahlen.
Auf dem Platz selbst gab es zwar viele oft unbesetzte Stände, außer uns aber fast kein Publikum. Kein Wunder bei der Kälte! Zwischendurch schnieselte es sogar.
Es dunkelte bereits, als wir durch den Wald zum Bahnhof zurückkehrten. Ich hatte ohne große Diskussion beschlossen, nicht wieder den Umweg zu gehen. Tatsächlich benötigten wir nun kaum die Hälfte der Zeit und kamen gerade rechtzeitig im Dorf an, bevor draußen das Licht ganz verlosch.
Und das Fazit? Conny hat sich trotz allem sehr über die abenteuerliche Reise gefreut. Das Hauptziel wurde also erreicht.

1.4.13

Im Grunde sind die Eiertage auch nichts anderes als eine gemäßigtere Variante von Konsumnachten...

10.4.13

Aktionärsversammlung, Tanzstunden, Quartiersratssitzung und Spielrunde - ich kann mich nicht entsinnen, schon mal so viele verschiedene größere Termine am selben Tag gehabt zu haben. Und bei allen gab es gratis zu Essen.

23.4.13

"Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht betäubt!"
So könnte der alte Werbespruch für mich lauten, denn ich nehme meine Wurzelbehandlung gern ohne Betäubungsmittel. Lieber ein paarmal gezwickt, als diese gruselige stundenlange Taubheit, bei der man auf der eigenen Lippe herumkaut, ohne es so recht zu bemerken. Mein neuer Zahnarzt war beeindruckt - warum eigentlich?

30.4.13

Man kann sich ja ohnehin kaum jemals zehn Minuten durch den Berliner Verkehr bewegen, ohne von einer Polizeistreife verunsichert zu werden. Heute aber erscheint mir das Aufkommen doch besonders augenfällig. Am Abend dann geht mir ein Licht auf, als eine ganze Parade von vielleicht zwölf oder fünfzehn Mannschaftswagen unter Blaulicht den Verkehr behindert: Sie sind wohl wieder zum morgigen Kriegsspiel aus der ganzen Republik angereist. Geht ja nicht, dass linke Chaoten den ganzen Spaß für sich allein haben! Jene haben dann ja auch viel mehr davon.

17.5.13

Da ich Kaffee so eklig finde, werde ich wohl nie erfahren, wieso der neuerdings meist aus Togo kommen muss...

25.5.13

Von Conny kehre ich nach einer Radfahrt durch das bislang wohl strömendste Frühlingswetter dieses Jahres heim. Unterwegs habe ich erst Regenkleidung, dann ein Schlauchboot vermisst. Alles halb so schlimm, da man sich zuhause ja umziehen kann.
In diesem Rahmen frage ich mich alsbald, wo eigentlich ihre Schlüssel abgeblieben sind. Mehrfach greife ich in die Taschen der Hose, in welche sie eigentlich gehören würden. Jene hätte das kleine Bund aber bereits beim Aufhängen erbrechen müssen, was mir doch bestimmt aufgefallen wäre! Hose wie der gesamte Fußboden der Wohnung erbringen kein positives Suchergebnis. In der Umhängetasche suche ich desgleichen vergebens. Weitere Möglichkeiten gibt es nicht. Bei alledem quälen mich auch noch Stiche im unteren Rücken, welche wohl in Feuchtigkeit und Verkühlung ihren Ursprung finden dürften.
Sollte ich die Schlüssel in kopfloser Manier in ihrem Briefkastenschloss stecken gelassen haben!? Um eine womöglich ebenfalls ergebnislose Rückreise zu vermeiden und zweifelhaft ehrlichen Findern die zeitliche Gelegenheit zu verringern, versuche ich bei meinem Nachbarn über das Internet die Telefonnummer von Connys Nachbarin herauszufinden. Auch diese Suche gestaltet sich als äußerst zäh. In der Hast vertippe ich mich mehrfach, ständig will sich irgendeine Programmerneuerung installieren, und auch der vermaledeite Explorer macht sich der Mittäterschaft verdächtig. Das Telefonbuch aber kennt die Nachbarin nicht.
So eile ich denn wieder zurück nach Pankow, diesmal angetan mit meinem Regenzeug. Dergestalt merkt man weit weniger vom Wetter. Allein, die altersschwache Regenhose gibt bereits zum Ende der Hinfahrt auf und lässt fließen.
Auch das Hoftor weiß nichts über den Verbleib des Schlüsselbundes. Ohne das Rad anzuschließen, stürme ich zur jenseits der Hintertüre verborgenen Briefkästen, und wahrlich! Entzückt sehe ich die Schlüssel am gemutmaßten Orte. Ungläubig werden sie ergriffen, betastet, das Türchen geöffnet und wieder geschlossen. Fraglos sind sie Schlüssel echt. Wie sehr man sich über so kleine Dinge freuen kann!
Erleichtert begebe ich mir wieder hinaus in die Fluten - allerdings noch nicht zwecks abermaliger Rückfahrt, sondern um eine andere Nachbarin aufzusuchen und ihr für weitere ähnliche Fälle die Telefonnummer zu entlocken. So mag ich mir beim nächsten Male derlei unsinniges Herumgefahre ersparen und auch das endgültige Verlustrisiko erheblich lindern. Zudem kann ich jemandem von meiner Erleichterung überhäufen.
Zehn Minuten vor Zuhause stehen meine Schuhe unter Wasser. Bei jedem Tritt wird die entsprechende Socke ausgewrungen. Fast vermeine ich, zugehöriges triefnasses Quietschen zu vernehmen. Doch was kümmert mich derlei bei all meiner Glückseligkeit über das Wiedergefundene!
Beim Aufhängen der zweiten durchnässten Hose fallen geräuschvoll Connys Schlüssel auf den Küchenboden. Wie zu beweisen war.
Meine Güte! Erzählen darf man das ja wirklich niemandem!

3.6.13

Mit einer alten Hausarbeit über Francis Drake gibt es nun schon 6 Schriften von mir beim Grin-Verlag.

7.6.13

Da wir vergessen haben, die inoffiziell planmäßige Verspätung von diesmal nur noch 80 Minuten der Deutschen Bahn zu berücksichtigen, würden wir unsere Fähre verpassen und kehren noch vom Startbahnhof nach zuhause zurück und verschieben das weitere Abenteuer auf morgen.

14.6.13

Zuhause ist es doch am schönsten! Vielleicht könnte ein solches fast überall im deutschen Sprachraum liegen, wenn es denn nur Bestand hätte. Die nomadenhaften und bisweilen nahegleich masochistischen Vorgänge in Touristen hingegen werde ich wohl nie zur Gänze nachempfinden können.

25.6.13

Ich habe einen neuen Roman begonnen!
Schon vor einigen Wochen durch ein Comic-Heft inspiriert, überlegte ich mir eine Handlung im sogenannten viktorianischen Zeitalter, zu deutsch: der Gründerzeit. Ein bisschen Einbruch, ein bisschen Mord, ein bisschen Mystik und technischer Aufbruch. All dies getragen durch ein Kabinett skurriler Persönlichkeiten. Natürlich nicht in London angesiedelt, wie das ja nun wirklich jeder kann! Es gibt auch zu jener Zeit noch eine Restwelt. Meine Wahl fiel also in jeder Hinsicht naheliegend auf Breslau.

7.7.13

Solche und ähnliche Dialoge führe ich dieser Tage mit Conny häufiger über meine gegenwärtigen Inspirationen:
"Wilhelmines Mutter ist auferstanden!"
"Ach - unter der Dusche!?"

21.7.13

Zitat Conny: "Du bist so abnorm - Gott sei Dank!"

29.7.13

Nach einem neuerlichen Spaziergang durch Pankow bekomme ich den Verdacht, dass die Gehwegschäden in Wirklichkeit gar nicht weggehen...

3.8.13

Ich helfe ja ganz gern mal bei einem Umzug mit. Bei Mitte dreißig Grad ist es nur etwas bedrückend, wenn es sich um einen fristlosen Rausschmiss durch eine Ex handelt. Welch jämmerliche Rache an einer Person, die man noch zu lieben behauptet!

6.8.13

Beinahe hätte die Telegraphen-Ordnung für das Deutsche Reich von 1872 meine Nerven sowie eine Szene meines werdenden Buches ruiniert. Es hat ein paar Tage gekostet, doch konnte ich mit Hilfe der Heldin den garstigen Kampf gegen die Bürokratie gewinnen. Gewiss hat sie über 10 Silbergroschen gespart!

27.8.13

Eigentlich kann kaum ein Zweifel daran bestehen, was die hauptsächliche Faszination der Serie um die darin gar nicht merklich vorkommende Urknall-Theorie ausmacht: Ihre Helden sind nicht so exotisch verrückt, wie es vordergründig erscheinen mag. Im Gegenteil, sie sind wie wir alle, sonst würde wir die Situationen und die vielen Anspielungen gar nicht verstehen. Haben wir nicht auch alle gedacht: 'Scotty ist aus der Ur-Serie, nicht aus der Nächsten Generation!', bevor Sheldon die Kellnerin darüber aufklärte? Wollen wir nicht im Grunde selbst solche Spielzeuge und Kostüme haben? Wir fühlen mit und lachen über uns selbst.

2.9.13

Aus aktuellem Anlass will ich mal wieder für eine Weile über meine Nahrungsmittelausgaben buchführen, um festzustellen, ob sie noch immer bei 60 Euro monatlich liegen...

8.9.13

Aus familiärem Sozialzwang heraus muss ich heute schon wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Fazit: Mit dem Rad wäre ich wie immer schneller und entspannter zum Ziel gekommen, von der weitgehenden Kostenlosigkeit mal ganz abgesehen.
Fraglos müssen die Preise so hoch sein, denn womit sonst sollten die Erfinder all der installierten Unnanehmlichkeiten wie Verspätungen, Schienenersatzverkehr, lauten Türpiepern, miefigen U-Bahn-Bereichen, Kontrollen, Obdachlosenzeitungsverkäufern und zahlloser anderer Foltererrungenschaften finanziert werden! Wie halten das Menschen aus, die öfter als alle paar Monate bis Jahre damit unterwegs sind?

11.9.13

Endlich weiß ich, wie sich ein Hexenschuss anfühlt!

12.9.13

Das Mailrollenspiel Zum Grünen Eber geht in eine neue Runde.

8.10.13

Nach Monaten hat mich Conny mal wieder ins Kino überredet.
Es war ein gelungenes Feuerwerk an Erzählkunst, an Situationskomik, umgesetzt in beeindruckenden Bildern, für welche sich eine große Leinwand auch lohnt. Mancherlei Wendung war für den erfahrenen Konsumenten vs-amerikanischer Filme vorherzusehen, aber niemals hat dies gestört. An anderer Stelle wird auch schon mal mit einem Klischee aufgeräumt.
In einer frühen Szene fragt man sich, warum nur das Vorspiel der Eröffnung von Wilhelm Tell erklingt und dann abgebrochen wird. Zum Ende hin wird es klar, als Hans Zimmer sie mehr als vollständig in seine Filmmusik einwebt. Wie immer unverständlich, dass so viele Kinobesucher auch diesen Film nicht zuendeschauen, sondern beim ersten Schriftzug des Abspanns hinausrennen, als hätten sie ihre ursprüngliche Absicht vergessen, ihrer Wirklichkeit zu entfliehen. So verpassen sie nicht nur mitreißende Klänge, sondern auch die Abschlusseinstellung.
"Falscher Bruder" wäre sicherlich ein treffenderer und leichter auszusprechender Titel gewesen. So aber muss uns dieser Name für jenen Charakter genügen, der ihn vollauf verdient, wenngleich er eine zugegeben hervorragend gute Figur dabei abgibt. Eine Dummheit reiht sich an die nächste, nichts macht er richtig ohne seinen Mentor. Nicht einmal die ihn liebende Frau nimmt er an.
Kaum überbietbar genial dagegen sein Gefährte wider beider Willen - auch in seinen Fehlern. Wer würde nicht auch gern so dreinblicken können! Es ist bei aller Komik ein tiefgründiger Charakter. Der weise Komantsche sucht die Gerechtigkeit. Eigentlich müsste ihr zuliebe der Film "Tonto" lauten.

24.10.13

Als ich mittags in den Umsonstladen komme, funktioniert das Internet nicht. Höchst unerquicklich, so kurz vor unserem Tanzwochenende, bei dem sich so viele eifrig daran beteiligen, jegliche Planung über den Haufen zu werfen. Zum Glück gibt es auch ein paar Leute, auf die man sich verlassen kann. Ich hoffe darauf, dass meine eventuell notwendigen Mailantworten morgen nicht zu spät kommen werden.
Des Abends steht Rollenspiel an. Auf der Nebenstraße am Reichstag tuckert ein Wagen aus PI vor mir her. Endlich biegt er erzwungenermaßen ab, der Weg ist frei - von dem gerade eigentlich nicht direkt sichtbar werdenden Poller mal abgesehen, auf den ich direkt zuhalte. Ich treffe ihn recht gut ziemlich in der Mitte und schlage vor Freude mitsamt dem Rad einen Purzelbaum darüber hinweg. Im Nu sind drei Radfahrer aus verschiedenen Richtungen herbei und helfen beim Aufrichten und beim Einsammeln des Korbes und seines verteilten Inhalts. Die Selbstanalyse, die ich durch bloßes in mich Hineinhören vollziehe, ergibt lediglich eine Schramme am Knie.
Die Radfahrer verschwinden eilig, als zwei Polizisten auftauchen. Verständlich. Immerhin haben die beiden außer den üblichen realitätsfernen Bemerkungen und Ratschlägen auch zusätzliches Licht und tatsächlich mal helfende Hände mitgebracht. Sie bekommen ebenfalls meine Bestätigung, dass ich nicht verletzt sei. Als ich jedoch weiterfahren will, blockiert das Rad. Die Kette ist vom Kranz am Tretlager abgesprungen. Da einer der Polizisten das Rad hält, kein Problem. Das Rad blockiert noch immer, allerdings vorne! Der Aufprall hat die Gabel nach hinten verbogen und nebenbei auch noch die Bremsklötze gegen den Schlauch gedrückt. Nichts zu wollen!
Nachdem ich mich etwas beruhigt habe, sehe ich die Notwendigkeit des Heimschiebens ein. Heute also kein Rollenspiel.
Da das Vorderrad sich nicht drehen lässt, muss ich es die ganze Zeit emporhalten. Am Hauptbahnhof wird noch immer reichlich gebaut, dass ich den Umweg durch den Bahnhof selbst nehmen muss. Die Leute am Informationsschalter erklären mir, dass der Fahrradverleih nicht personell betreut ist, man also auch keine Aussicht auf Werkzeug hat.
Jenseits des Bahnhofes passiere ich einen telefonierenden Menschen mit Helm in der anderen Hand. Sein Motorrad steht nahebei. Ich warte, warte... und unterbreche schließlich sein Gespräch mit Zeichen. Hilfreich versorgt er mich mit Schraubenschlüsseln. Mit klugem Augenmaß suche ich gleich die richtige Größe heraus und entferne die Vorderbremsen. Hurra, ich kann das Rad schieben!
Aber leider ist die Gabel so nach hinten verbogen, dass das Rad nicht am Rahmen vorbeigedreht werden kann. Folge ist ein erheblicher Rechtsdrall. So geht es in einem Wechsel aus weitertragen und kurvenreichem Schieben mit ständigem neu ausrichten Kilometer um Kilometer weiter. Nach einer satten Stunde bin ich zuhause und sehr gespannt auf meinen morgigen Muskelkater. Ich entdecke noch weitere Schrammen und Prellungen, die mir wohl ebenfalls das Tanzen abwechslungsreicher gestalten werden. Irgendwie ist das heute nicht meine Woche, aber vielleicht ändert sich das ja noch.

5.11.13

Dank einer Vermutung von Conny und einem Buch über Preußen, welches ich derzeit lese, weiß ich nun schon wesentlich genauer, worum es in meinem historischen Roman eigentlich geht...

12.11.13

Heute wäre Loriot 90 geworden. Mir fehlt er, obwohl er immer da sein wird.

18.11.13

Ich freu mich so, meine erste LED-Glühlampe erstanden zu haben.

28.11.13

Des Abends bin ich zu einer Lesung eingeladen. Mein ältester Freund - von der Lebensdauer, nicht von der Freundschaftsdauer her - stellt sein Buch Schreien hilft dir nicht vor. Schlicht beeindruckend, was dieser Mittachtziger noch für eine Energie versprüht. Auch das Thema reißt mit, denn es geht um seine beiden politischen Haftzeiten in der SBZ und der DDR. Staatliche Willkür und Brutalität in ihrer reinsten Form.

11.12.13

Auch die Krankenhäuser in Buch und Lankwitz besucht man am günstigsten mit dem Fahrrad...

17.12.13

Zu unser aller Erleichterung ist Conny gestern und meine Mutter heute entlassen worden.

31.12.13

Balla-balla:


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Wie ich radfahren lernte (1999)
Notizen aus der Provinz (2014)
Bilder aus der Altmark (2015)
Harz war's (2016)
Weihnachtsgedanken (1995-2014)