Gedanken zum Tag

1.1.14

Mein amtliches Endergebnis für Nahrungsmittelausgaben im September bis Dezember beziffert sich auf insgesamt 250,94 Euronen, also keine 63,- pro Monat. Mehr (beziehungsweise weniger) kann man angesichts der Teuerungen der letzten Zeit kaum erwarten. Genug gebuchführt!

2.1.14

Nach intensiver Internetrecherche darf ich wohl davon ausgehen, dass ein Mensch im Ruhezustand ähnlich viel Luft verbraucht wie ein bis zwei Kerzen.

20.1.14

11:25 ruft mich Conny an, um mich vor dem Glatteis zu warnen.
11:40 falle ich fast vom Tisch, als es wieder klingelt. Ich installiere nämlich endlich eine zweite Glühlampenfassung an der Zimmerdecke. Am anderen Ende lässt mein Vater verlauten, heute sei Glatteis.
11:50 springe ich zum dritten Male vom Tisch. Meine Mutter möchte mich vor Glatteis warnen.
Gewiss, da ich heute nur zu Fuß unterwegs bin, habe ich eine deutlich schlechtere Straßenlage als auf dem Fahrrad. Man darf halt nicht rennen, aber wofür auch! In ihrer Hast geben gewisse Menschen der natürlichen Auslese wieder eine Chance.
Guten Rutsch!

30.1.14

Heute erwachte ich mit Oliver Hohlsteins schönen Versen von dem Gasthaus mit dem Eber im Kopfe und war sogleich in einer feierlich-fröhlichen Morgenstimmung. Der Grüne Eber wird heute 18 Jahre alt! Kann das Fatzebock? Kann das Goggel? Nein, können sie nicht.

7.2.14

Mittwoch hatten wir eine Delegation der Deutschen Presseagentur beim historischen Tanzen und heute wurde ich noch einmal persönlich zuhause befragt. Offenbar wird der Themenkomplex historisierende Freizeitbeschäftigungen und alternative Lebensformen immer gefragter.
Jedenfalls darf man gespannt sein, was dabei für Artikel über uns und mich herauskommen. Ein weiterer Schritt zum Weltruhm ist getan.

21.2.14

Ist es denn Geiz, wenn man kein Geld für belanglose, lästige oder gar verhasste Dinge ausgeben will...?

1.3.14

Nun stellt die GEZ auch an mich ihre illegitimen Tributforderungen. Vier Wochen habe ich Zeit, meinen Widerspruch zu formulieren.

5.3.14

Schon immer lagen mir die Kliniken in Buch aufgrund ihres Weltendecharakters für einen freiwilligen Aufenthalt außerhalb jeglicher Erwägung. Meine jüngsten Erfahrungen als Begleitperson verdichten den chaotischen Eindruck der dortigen Organisation ebenso wie mein Bewusstsein um das durch Bestimmungen des Staates und der Krankenversicherungen schwer belastete Gesundheitssystem.

7.3.14

Meine morgendliche Weltschmerzgrübelei im Bett gebiert den feststehenden Begriff 'Öffentliche Nahverbrecher', welchen ich im Gegensatz zur gemein(t)en Institution künftig bei jeder Gelegenheit zu verwenden beabsichtige.

26.3.14

Mein dickes Lob an die Sendung "Mario Barth deckt auf" und das Privatfernsehen! Hier wurde erstmals für die breite Masse anschaulich Steuerverschwendung thematisiert. Was haben dagegen die 'Öffentlichen' gleichzeitig verbrochen? "Die Fahnderin", bei der man wunderbar verfolgen konnte, wie der Staat sein Fernsehen lenkt und von der Tatsache abzulenken versucht, wer hier die größten Verbrecher sind: nicht jene, die sich nur selbst schützen, sondern jene, die mit dem Geld anderer spielen wollen.

16.4.14

Heute fingen einige meiner Tanzteilnehmer bei der 'Fahrt nach Killburn' an, meine Anweisungen im Chor mitzusingen. Ein nettes Kompliment.

18.4.14

Meine... hm... 'Angaben zum "Rundfunkbeitrag"' sind fertig. Nun muss ich nur noch einen funktionierenden Drucker finden...

8.5.14

Wie es aussieht, sind meine diesjährigen Eiertagseinkäufe hiermit zufriedenstellend abgeschlossen. Seit Beendigung der gesetzlichen Eiertage habe ich 13,99 Euro für 4,75 kg Schokolade und Marzipan ausgegeben und liege somit bei einem durchschnittlichen Grundpreis von 29 Cent pro 100 Gramm. Ob das wieder bis August reicht, wird die Zeit erweisen.

16.5.14

Bei uns im Kiez gibt es zwei Dachgeschosswohnungen, in welchen laut Klingelschild die Familien Nicht und Ausgebaut wohnen...

17.5.14

Für 1,6 kg Jamaika-Rum-Eier nur 40 Cent! Das dürfte ein Tiefstpreisrekord sein.

11.6.14

Im Schatten werfe ich mir meinen Strohhut um die Schultern.

18.6.14

Im Grunde richtet eine drohende Reise bei mir geistig ählinchen Schaden an wie eine Krankheit: Kreativkapazitäten werden mir abgezogen für die Erledigung grundliegender Lebensbewältigung und Planungsarbeit. Wirklich frei ist mein Kopf nur in der Regelmäßigkeit eines selbstgewählten Alltags.

3.7.14

Nach 10 Tagen sind wir nunmehr zurück aus dem märchenhaft grünen Elbsandsteingebirge in der Zivilisation. Meine Beine freuen sich auf die kommende Erholung, und vielleicht überkommt mich ja noch die Muße für einen kurzen Reisebericht.

4.7.14

Der Abwasch von vier oder fünf Wochen macht sich recht schnell, wenn man kaum Besuch hatte und zehn Tage davon gar nicht zuhause war...

17.7.14

Der Sommer könnte so herrlich sein - wenn man nur unbeschwert lüften dürfte! Statt dessen dringt ständig der widerliche Qualm der Nachbarn herauf.

3.8.14

Wahrlich, wir waren vom Drachenfest beeindruckt - die Kulissen, die Kostüme, die Musik, die Sprechgesänge...!
Allerdings haben sich auch alle unsere Vorbehalte und Bedenken vollständig bestätigt, weshalb wir wohl nicht wieder an einem DF teilnehmen werden. So behalten wir auf Dauer die schönen Dinge in Erinnerung, vor allem das trotz des unnötigen Anglizismus denkwürdige Schlusswort: "Es gibt kein 'Offtime'."

9.8.14

Obgleich ich es schon erwartet hatte, bin ich doch auch ein wenig überrascht, in wie wenigen Tagen ich mich an die neue Farbe im Bad gewöhnt habe. Der Malergeruch hingegen braucht trotz Dauerlüftung wohl eher mindestens einige Wochen, um sich gänzlich zu verabschieden. Ohne die Rohrarbeiten letzten Herbst hätte ich mir das auch nicht bereits 16 Jahre nach dem Einzug gegeben.

13.8.14

Heute durfte ich das bislang für mich wohl schönste Connyzert erleben - ganz ohne Kirchenmusik mit überlautem Heiligenchor. Statt dessen gab es Nachtmusik von Mozart und den sommerlichen Vivaldi, sowie zwei weniger bekannte Komponisten.

15.8.14

Das Reisetagebuch ist fertig! Nun kann ich mich endlich wieder Wilhelmine widmen.

16.8.14

Eine Supermarkt-Aktion betrefflich Kinderzahnpflege erinnert mich heute früh an das bald endende Quartal, zu dem ich meine Zahnbürste wechseln möchte. Warum das neue Doppelpäckchen also nicht sogleich besorgen, bevor ich es wieder vergesse? Zuhause stelle ich jedoch kopfschüttelnd fest: Ich habe ZahnPASTA gekauft!

10.9.14

Nun wissen wir es: Eine gerissene Fahrradkette zu reparieren, dauert in der Werkstatt meines Vertrauens keine Viertelstunde und kostet 6,90 Eurönchen. Dafür könnte ich kaum drei Male mit der BVG fahren.

14.10.14

"Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrem Schreiben vom xxxxxxx teilen Sie mir Ihre Absicht mit, den in meiner Wohnung befindlichen Stromzähler xxxxxxx am xxxxxxxx auswechseln zu wollen. Selbstverständlich kann ich mir für einen Vorgang von vielleicht einer halben Stunde Dauer nicht einen gesamten Arbeitstag von 8 Stunden freinehmen. Ich muss Sie daher ersuchen, den von Ihnen anvisierten Zeitrahmen deutlich auf maximal 2 Stunden zu konkretisieren, wenn Sie nicht auf gut Glück bei mir vorbeischauen wollen.
Mit freundlichen Grüßen
Dipl.Kfm.(FH) Oliver H. Herde M.A."

24.10.14

Völlig unvorhergesehen auch für mich wird bereits zum zweiten Male jener Ort genannt, wo sich der Schatz der Silingen befindet. Da Wilhelmine noch nicht einmal von der Existenz des Schatzes weiß, wäre dies eigentlich nicht weiter bemerkenswert. Ich bin nur so beeindruckt, wie sich Bücher manchmal selbst schreiben - allein, weil die Personen darin etwas tun.

9.11.14 - Mauerfall

Wenn ich eine Dokumentation oder auch nur einen mäßig gelungenen Spielfilm über die Maueröffnung sehe, überkommen mich auch heute noch die Tränen der Freude und Ergriffenheit. Gewiss ist der Mauerfall ob seiner freiheitlichen Symbolkraft und tatsächlichen Wirkung eines der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Geschichte und für mich persönlich das schönste, so weit ich auch zurückschauen mag.
Ohne den Mauerfall wären unser aller Tage dunkler. Ohne ihn würde ich einige meiner engsten Freunde nicht kennen - auch meine Liebste nicht.

11.11.14

Gott wohnt in der Choriner Straße 61. Oder war es 63? Ich weiß nicht mehr, denn er ist umgezogen.
Unter dem Pseudonym Ahne hat der Schriftsteller Arne Seidel inzwischen vier Bücher voll 'Zwiegespräche mit Gott' verfasst. Noch besser, weil lebendiger und verständlicher, sind allerdings die jeweils beigefügten Hörfassungen, bei welchen man gut zwischen Ahne und Gott unterscheiden kann, obwohl er beide Rollen selbst spricht.
Ja, es sind Rollen, denn Ahne ist Agnostiker. Und doch unterhält er sich immer wieder mit Gott über denselben und die Welt. Dabei stellt sich immer wieder heraus wie wenig Ahnung Gott von Tuten und Blasen hat. Notfalls beantwortet er Fragen ausweichend mit: "Ich bin Gott!" Trotzdem wird er dem Hörer überraschend sympathisch.
Die Texte laden zum Nachdenken ein und sind doch unbeschreiblich lustig und kurzweilig. Sie sind gehaltvoll und zeigen, da kennt sich jemand aus.
Ma muss nur ufpassn, dit ma nachm Hörn nich so balinat, vastehste?

13.11.14

Unser Umsonstladen an der TU ist zu. Nicht für immer, aber für Monate. Das fühlt sich ein bisschen wie eine Kündigung an. Eine "Brandschutzmaßnahme". Schuld trägt also mal wieder der allgegenwärtige Sicherheitswahn.
Dass wir erst so kurzfristig davon erfahren haben, dass wir uns nicht einmal darauf vorbereiten konnten, ist hingegen die Schuld eines aufgeblähten Verwaltungswasserkopfes.

3.12.14

Da, ein Plusgrad! Haltet es! Dann kommen die anderen vielleicht auch wieder...

25.12.14

Aus der Sendung 'Tagesprophet' im Ersten Staatsfernsehen:
In ihrer Regierungserklärung zum Festtagserlass Nr. 24 deutete die Großkanzlerin Dolores Umbridge Weihnachten als "alternativlos". Sie führte aus: "Ohne die gewaltigen Mengen an Verpackungsmüll und toten Bäumen, angereichert durch ungeliebte Geschenke und durch von Neuanschaffungen verdrängte Alltagsgegenstände kämen wir doch unmöglich durch die Heizperiode."
Natürlich werde durch das Christfest zu anderen Zeiten weniger konsumiert, doch erleichtere es der segensreiche Rausch, Dinge auch weit über ihren tatsächlichen Wert hinaus zu bezahlen oder gar völlig Sinnloses zu erwerben. Auf die hohe Selbstmordrate angesprochen, konnte die Kanzlerin beruhigen: "Das sind ja nur Leute, die Weihnachten nicht mögen."
Auch sei es gar kein Problem, wenn liegenbleibende Arbeit vorher und hinterher zusätzlich zum normalen Pensum bewältigt werden muss - dies härte ab. "Das ist auch der Grund, weswegen wir das im Dezember machen", gestand die Kanzlerin lächelnd. "Zudem passt das Fest durch die Zimmerbrände und Rauchvergiftungen thematisch so gut zu Silvester." Um diese Wirkungen zu erhöhen, sollen künftig verstärkt Riten aus anderen Traditionen importiert werden, wie es mit Halloween und Valentinstag bereits begonnen wurde.
Zu feiern, bis der Arzt kommt, sei Grundvoraussetzung, auch das eigene Leben als alternativlos zu akzeptieren. Besonders wichtig sei dabei, dass alle alles zur gleichen Zeit tun, damit man unerwünschte Abweichungen leicht erkennen und austilgen könne.


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