Aufruf zum Frieden (1.8.2026)

Nun habe ich bereits gestern die Friedensfahrt der Fahrräder für mich vorab abgeschrieben in der Sorge, es könne mir zuviel werden. Tatsächlich komme ich nach einer schlechten Nacht auch sogar zur Auftaktkundgebung unserer 6ten Jahreshauptversammlungsdemo etwas zu spät. Zeitknappheit und bemerkenswerte Regenfälle haben meine Entscheidung bestätigt.
Doch wenn man nicht die Reden hören, sondern zahlreich Freunde treffen und sich unterhalten möchte, sind ein paar Minuten kein allzu großer Verlust. Trotz fortgesetzter Feuchtigkeit ist die Stimmung bestens. Manche habe ich lange nicht gesehen, andere gestern auf dem 6ten des Landesverbandes. Tatsächlich ist dieBasis wieder die am breitesten vertretene Organisation und einzige sichtbare Partei. Eines Tages mag dies in den Köpfen ankommen.
Mit dem Beginn des Demozuges klart auch der Himmel auf. Nach und nach darf ich mich aus Schichten pellen. Nebenbei fällt mir ein Zuwachs an jungen Leuten in der Menge positiv auf. Die gesamte Zeit unterhalte ich mich gut, unter anderem mit dem Joga-Mönch Dada, welchen ich bereits vor sechs Jahren auf dem Nachglühen erlebte.
Nach all den bewegten Stunden melden Unfallknie und Rücken zunehmend eine gewisse Erschöfung an. Dennoch halte ich noch einige teils lange Gespräche während der Abschlusskundgebung aus, da ich endlich wenigstens zeitweise sitzen kann.
Als ich mich verabschieden und bereits das Rad von der Kette befreit habe, wird die Musik unvermutet auch für mich ansprechend. Knie und Rücken wollen nichts mehr von Erschöpfung wissen. Ich schließe mein betagtes Ross wieder an und schreite forsch Richtung Bühne, wo ich mich unauffällig unter die anderen Springfrösche und Tanzmäuse mische. Besonders spricht mich ein lebhaftes Stück vom Lügenfritz an. Auch viele Passanten singen oder wippen im gebremsten Vorbergehen fröhlich mit. Mit sowas holt man eben leichter Menschen ins Boot als mit vielen Worten.
Als die Musik etwas müder wird, verabschiede ich mich erneut, doch zurück beim Rad spielen sie einen mir bilang ebenfalls unbekannten Antifanten, woraufhin ich wiederum auf die Tanzfläche katapultiere. In der Tat bin ich etwas fassungslos, was ich noch alles aushalte, wenn nur die Musik stimmt.
Schießlich verlasse ich voller Leben und bar jeglicher Erschöpfung die endende Friedensfete. Zuhause wartet noch zuviel Arbeit auf mich, um auch noch den Umzug ins Friedenscamp mitzugehen und die Feier dort fortzusetzen. Leider bleibt es nicht lange genug für mich, dies nachzuholen.

Demoberichte in den freien Medien

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  • MFF - Widerstand in Berlin

  • Demo-Übersicht
    Mahnwache vor dem RKI (montags)
    Demo-Termine
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    Oliver H. Herde

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