Ein krankes Jahrzehnt?

Gegen das Vergessen ein Rückblick auf 2021 von Oliver H. Herde

Kiezbotenredakteur Oliver H. Herde Wie viele Hoffnungen doch in das vergangene Jahr gesetzt wurden! Da muss es nicht verwundern, wenn es diesen hoch gesteckten Erwartungen nicht gerecht werden konnte.
Kann man über dieses Jahr denn überhaupt irgend etwas Gutes sagen? Im ersten Moment möchte man verneinen: Da wurden weiter viele alte Gesetze gebrochen und solche für Überwachung oder gesellschaftliche Spaltung und Ausgrenzung erweitert und festgeklopft. Da stieg die erdrückende Allgegenwart des Staates weiter an. Da setzten sich faschistoide Angriffe und Denunziationen gegen nicht der staatlichen Glaubenslehre folgende Menschen fort. Da erkrankten und starben wiederum weit mehr Menschen an den Grund- und Menschenrechtseinschränkungen und den vermeintlichen Behandlungsmethoden als an den ins Phantastische aufgebauschten Grippewellen.
Es bleibt unerheblich, ob die physische und psychische Vernichtung der Menschen mehr auf Vorsatz oder Dummheit beruht - sie wird betrieben.

Trotz alledem gibt es Lichtblicke und Erfolge. Immer mehr und immer stärkere Widerstandsgruppen und Parteien formieren sich und vernetzen sich immer besser. Die größte von ihnen - die Basis - hat innerhalb dieses einen Jahres über dreißigtausend Mitglieder hinzugewonnen und in einigen ersten Landkreisen Einzug in regionale Gremien gehalten. Stets aufs Neue kippen gewissenhafte Richter die an jeder Rechtsgrundlage mangelnden politischen Vorschriften.
Die immer ausufernderen Einschränkungen, die zunehmende Hetze gegen jedes Hinterfragen oder gar Nachdenken inklusive politischer Verfolgung zeugen von der Angst ihrer Betreiber und geben dem Widerstand beständig wachsenden Zulauf.

Dass Usurpatorin Merkel die Knute weitergegeben hat, könnte eine Verbesserung bedeuten. Welche Möglichkeiten jedoch hat dieses von ihr zutiefst traumatisiert zurückgelassene Parlament? Wie sind die Führer der neuen Koalition einzuschätzen?
Bislang ist in keiner Weise zu erkennen, dass sie die Grund- und Menschenrechte in Bundesdeutschland jemals wiederherzustellen gedenken. Selbst die FDP hat anscheinend nun restlos vergessen, wofür ihr erster Buchstabe einstmals stand. Kein Gedanke mehr an die kluge Erkenntnis Christian Lindners vor vier Jahren, man regiere lieber gar nicht als schlecht.
Thronfolger Olaf Scholz kenne oder akzeptiere nach eigener Aussage keine Roten Linien "mehr". Nicht weiter verwunderlich. Er müsste umkehren und weit zurückgehen, um all die Linien wieder in Sichtweite zu bekommen, welche er gemeinsam mit seiner Vorgängerin und ihren Spießgesellen all die Monate überschritt.

Schon lange erscheint nichts mehr so wichtig wie die Notwendigkeit, diesen Wahnsinn schnellstmöglich zu beenden. Dennoch gibt es solche bedeutsamen Dinge. Es sind die nur scheinbar geringen Alltäglichkeiten, ohne welche man einen derartigen Psycho-Krieg nicht bestehen kann: kleine kraftspendende Lebensfreuden, die bereits in einem guten Film oder Buch enthalten sein mögen. Kraftvoller ist das Erleben der Natur, um so mehr noch die verbindenden Betätigungen in Gemeinschaft in Gestalt von Gesang und Tanz, aber auch bereits im vertrauensvollen Gespräch auf Augenhöhe. Eine der gefährlichsten Krankheiten unserer Zeit heißt Einsamkeit. Die vermutlich gefährlichste Krankheit aller Zeiten heißt Angst.

Dieser Text wurde auch auf der Mahnwache vor dem RKI vorgetragen.

Links zum Thema:

  • Corona-Chronik Vorgeschichte, 2020, 2021
  • Häufig gestellte Fragen und Antworten
  • Faktenübersicht zu Covid-19
  • Kollateralschäden der Maßnahmen ("Lockdown-Leid") und die Situation in den Krankenhäusern
  • Analyse des Krisenmanagements durch das Referat 'KM 4: Schutz kritischer Infrastrukturen', Bundesministerium des Inneren

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    Tagesgedanken 2021


    Oliver H. Herde

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