Rechts? Links? Aufwärts!

Die Unterteilung der Parteien nach "rechts" und "links" darf als restlos veraltet angesehen werden, entstand sie doch in den Anfangstagen des deutschen Parlamentarismus bereits Mitte des 19ten Jahrhunderts. Damals waren die "Rechten", also rechts im Reichstag Sitzenden, die konservativeren und königstreuen Liberalen, die "Linken" die radikaler für gesellschaftliche Veränderungen und Demokratisierung Einstehenden.
Im heutigen Parteienspektrum herrschen völlig andere Verhältnisse. Die Stömungen sind viel komplexer geworden, und ein extremes "Links" bedeutet längst ebenso die Abkehr von der Freiheit des Einzelnen wie ein extremes "Rechts", wenn man sich überhaupt dieser problematischen Propaganda-Begriffe bedienen will.
Aus diesem Grunde habe ich mich an einem ganz anderen Schaubild versucht, in welchem die alte Einordnung gebührend keine Rolle spielt gegenüber dem Grad der Freiheitlichkeit einer Partei. Natürlich ist auch dieser nicht immer leicht zu bewerten, zumal jede Partei aus verschiedenen Menschen besteht. Die Übersicht spiegelt meinen ungefähren gegenwärtigen Informations- und Vermutungsstand wieder und sollte daher nicht auf das Pixel genau genommen werden.
Die Parteien Wir 2020 und Basisdemokratische Partei Deutschland wurden erst 2020 aufgrund der Aufhebung nahezu aller Grundrechte und anderer Gesetze im Rahmen der Corona-Hysterie gegründet und sind in ihrem Freiheitsgrad weit oberhalb der seit Genscher und Lambsdorff spürbar abgerutschten FDP anzusiedeln. Dagegen waren die Regierungsparteien aufgrund der Zwangsmaßnahmen sämtlich erheblich weiter nach unten zu verschieben. Von den übrigen Parteien hört man erschreckend wenig, was aber an der einseitigen Berichterstattung liegen mag.

Als Einstieg(!), sich über die Vielzahl der Parteien und Kandidaten zu informieren, können auch Wahlomaten wie Parteivergleich, Kandidaten-Check oder Dein Wal dienen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass jeweils nur eine sehr kleine und zufällige Themenauswahl von politischen Fragen angeboten wird, welche einem selbst nicht unbedingt die wichtigsten darstellen muss. Darüber hinaus sagt die Begründung durch die befragten Parteien jeweils weit mehr aus als die oft irreführende Zustimmung oder Ablehnung einer These. Daher sollte man auch die Wahlprogramme der Parteien einsehen.


Loriot: "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen."

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  • Ob Parteien nach dem Grundgesetz überhaupt zu Wahlen kandidieren dürfen, wird von der Grundrechtestiftung angezweifelt.
  • Literatur: Friedemann Willemer: Vom Scheitern der repräsentativen Demokratie / Eine demokratische Tragödie; 2020
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